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Lesen

Nach längerer Zeit ...

... habe ich mal wieder ein Buch ausgelesen.

Kathy Reichs: Lasst Knochen sprechen

Der erste Krimi seit längerer Zeit - ich weiß nicht, warum ich die nicht so gerne lese, als Filme liebe ich sie.

Handlung

Die Protagonistin Tempe Brennan ist forensische Anthropologin und arbeitet für eine Sondereinheit der kanadischen Polizei, die über die Motorradbanden-Kriminalität ermittelt. Ihre Aufgabe ist es, bei der Identifikation von (älteren) Leichen mitzuarbeiten. Doch ein aktueller Mord erschüttert sie so schwer, dass sie sich tiefer in die Ermittlungen einschaltet.

Meine Meinung

Die Story ist spannend und hat reichlich Wendungen und ein (für mich) überraschendes Ende. Trotzdem habe ich mich z.T. relativ schwer getan. Die Gefühle und Handlungen der Hauptperson konnte ich nämlich häufig nicht nachvollziehen - die häufige Wut und Aggression ist mir nicht wirklich verständlich geworden.

Manche Sachen werden etwas zu detailverliebt geschildert (v.a. Untersuchungen von Leichen, wie funktionieren Motorradbanden), was den Handlungsverlauf nicht sonderlich voranbringt und im Endeffekt zur Geschichte nicht wirklich viel beiträgt.

Die Motivationen von verschiedenen anderen Charakteren sind z.T. schwer zu verstehen - vielleicht liegt es daran, dass es nicht das erste Buch einer Reihe ist und die Figuren schon früher eingeführt wurden. Für Seiteneinsteiger erschwert es die Sache doch ziemlich.

Insgesamt würde ich dem Buch vielleicht *** von ***** geben - nette Entspannungslektüre, aber ich hab schon besseres gelesen. Ich denke nicht, dass ich weitere Bücher von Kathy Reichs lesen werden.

2.11.05 15:54


Und ein Buch ...

... ist ebenfalls fertiggeworden am Wochenende.

Hey, das ist Rekord im Moment - zwei Bücher in einem Monat! Zugegeben, Nr. 2 ist "nur" ein Comic, aber trotzdem.

Marjane Satrapi "Persepolis - The Story of a childhood"

Das ist die Geschichte einer Kindheit / Frühpupertät im Iran während der islamischen Revolution. Die Geschichte beginnt mit den Demonstrationen zum Sturz des Schahs und endet damit, dass die Protagonistin mit 13 Jahren ihre Heimat verlässt, um im westlichen Ausland aufzuwachsen.

In vielen Episoden wird erzählt, wie sich das Leben für eine westlich orientierte, eher säkulare Familie während dieser ca. 4 Jahre verändert hat. Themen wie Terror, Krieg, Folter, Mord, etc. werden dabei nicht ausgespart. Aber auch die kleinen Triumphe im Alltag werden gezeigt.

Trotz aller unschöner Erlebnisse behält die Familie ihren Humor und den Willen, sich von dem System nicht unterkriegen zu lassen.

Die Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark, ausschließlich in schwarz-weiß und haben fast was von Holzschnitten an sich. Hier kann man ein bißchen durchs Buch blättern. Die Texte sind sehr lakonisch und auf den Punkt gebracht.

Mich hat das Buch ganz besonders interessiert, weil ich während meines Studiums ein wenig in Kontakt zur Exil-Iranern hatte. Viele Sachen aus dem Buch kannte ich so schon aus Erzählungen und trotzdem ist es immer wieder erschreckend. Absolut empfehlenswert und eine gute Möglichkeit sich ein Bild über das Leben - vor allem von Frauen und Mädchen - im Iran in der Anfangszeit der islamischen Revolution zu machen. Ich bin schon auf die beiden nachfolgenden Bände "Persepolis 2 - The Story of a Return" und "Embroideries" gespannt (wenn auch letzterer wohl keine echte Fortsetzung ist).

PS: Alle 3 Bücher gibts auch auf Deutsch.

1.8.05 11:41


Nachdem ...

... ich im Urlaub ein ganzes Buch gelesen habe (wow!), kann ich hier auch was dazu schreiben.

Dagmar Trodler: Die Waldgräfin

Geschichte

Alienor, die Tochter eines lothringischen Freigrafen, lebt Mitte des 11. Jh. auf einer Burg in der Eifel. Da die Mutter tot ist, ist sie die "Hausfrau" und hasst dieses Dasein.

Eines Tages bringt der Vater von der Jagd einen Gefangenen mit, der seine Identität nicht preisgeben will. Als letztes Mittel wird er zum Sklaven und Reitknecht der Protagonistin, was dieser zunächst gar nicht recht ist, weil der Fremde so unheimlich wirkt. Immerhin erfährt sie, daß er ein Wikinger ist und eigentlich ein Edelmann.

Um die Schuld ihres Vaters zu tilgen, hilft sie ihm bei der Flucht ...

Meine Meinung

Ein historisch vermutlich sehr gut recherchiertes Buch, dass mir in weiten Teilen trotzdem auf die Nerven gegangen ist.

Das Alltagsleben auf einer Burg im Mittelalter wird sehr detailverliebt und meiner Meinung nach auch sehr detailgetreu erzählt. Die große Bedeutung der Religion in dieser Zeit steht absolut im Mittelpunkt des Buches.

Was mir nicht gefallen hat, daß die Charaktere in weiten Teilen extrem flach sind - sie sind entweder nur gut oder nur böse. Ebenso wie die Gefühle - Liebe oder blinder Hass, dazwischen gibt es nichts. Außerdem strotzt die Geschichte nur so von wundersamen Zufällen und unglaublichen Leistungen. Ein Schwerstverwundeter schleppt sich tagelang durch den Wald und kämpft mit mehreren Gegnern gleichzeitig um anschließend in ein langanhaltendes Fieberdilirium zu verfallen, dass er kaum überlebt, nur um genau zum richtigen Zeitpunkt wieder zu genesen.

Die Ich-Erzählerin will einerseits Rebellin sein und schafft es trotzem nicht, sich von dem Druck der Religion zu befreien. Der alte Jude auf der Burg ist klug, gütig, vorausschauend, heilkundig, (weitere gute Eigenschaften einfügen). Die Bediensteten in aller Regel dumm, faul, verfressen und verlogen.

Die Geschichte kennt im Prinzip für Konflikte aller Art nur eine Lösung: Blut. Alles wird mit nackter Gewalt gelöst. Kann sein, dass das Mittelalter tatsächlich so war - so ganz glauben will ich es aber nicht.

Alles in allem hatte ich mir nach den euphorischen Leserrezensionen bei Amazon deutlich mehr von dem Buch versprochen. Ich würde es unter eher anspruchslose Urlaubslektüre einordnen, die man am besten am Strand liest, wenn man nicht viel denken will. Dann fällt es leichter, über die Schwächen und Längen des Buches hinwegzusehen.

25.7.05 12:37


Da ich die Rubrik Lesen ...

... schon angelegt habe, kann ich sie auch füllen.

Ich bin keine professionelle Literaturkritikerin, ich hab kein Studium der Literaturwissenschaften abgeschlossen oder ähnliches. Ich lese nur einfach gerne und schreibe manchmal auch über die Bücher, die ich gerade gelesen habe. Unter anderem in der Mailingliste Stricken & Lesen, die Melanie gegründet hat.

Rebecca Gablé: Die Siedler von Catan

Geschichte

Wir befinden uns ca. 850 in Elasund (irgendwo im hohen Norden), das Leben ist hart und die Dorfbewohner leiden unter den Überfällen durch andere Wikinger. Als dies wiedermal passiert, beschließt das ganze Dorf, gemeinsam auszuwandern auf eine Insel, die der reiche Kaufmann des Dorfes durch Zufall mal gefunden hat. Alle packen ihre Sachen und machen sich auf die Reise, landen schließlich in Catan und bauen dort eine neue Existenz auf. Dabei gibt es zahlreiche Überraschungen und Konflikte innerhalb der Gemeinschaft zu bestehen. Die Geschichte spielt zu Beginn der Christianisierung der Wikinger.

Im Mittelpunkt des Buches stehen die Ziehbrüder Candamir und Osmund. Die beiden verkörpern die beiden Pole - Tradition und Fortschritt, alte Religion und Christentum, sie verlieben sich in die gleiche Frau und stehen sich am Ende im Konflikt gegenüber.

Meine Meinung:

In dem Buch passiert unheimlich viel und trotzdem gelingt es Rebecca Gablé nur begrenzt, Spannung aufzubauen. Die Charaktere bleiben alle miteinander ziemlich blass, ich hatte z.T. Mühe, die Figuren dank ihrer ähnlichen Namen auseinanderzuhalten. Die Konflikte und Probleme werden für meinen Geschmack auch etwas zu glatt gelöst - nach 5 Seiten ist alles wieder in Ordnung (einige wenige Stellen ausgenommen).

Empfehlenswert ist das Buch vielleicht für große Fans des Spiels "Die Siedler von Catan" oder wenn man ein paar Einblicke in das Wikingerleben bekommen möchte. So, wie ich Rebecca Gablé in ihren bisherigen Büchern (Lächeln der Fortuna, Der König der purpurnen Stadt) kennen gelernt habe, sind die Fakten ziemlich gut recherchiert. Die Beschreibung des Alltags ist recht detailliert und (wenn man sowas mag) interessant.

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22.2.05 20:22


Und gleich noch ...

... der Button zum Buch.


Stolz und Vorurteil-read-a-long

Am 1. März geht es los, seit gestern liegt das Buch hier bereit. Mal sehen, wieviel ich dann lese, anstatt zu stricken.

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PS: Auch dieser schöne Button ist von Nicole.

20.2.05 14:17


Knitters in Europe
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